Der Aal

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Einem verregneten Sommer wie diesem kann man wohl kaum etwas Positives abgewinnen. Einen Vorteil hat das schaurige Wetter allerdings: Andauernder Niederschlag ließ Wasserpegel steigen und wirbelte die Flussbetten auf. Perfekte Bedingungen um einen allseits bekannten und kulinarisch reizvollen Zeitgenossen an Land zu ziehen: den Aal. In folgendem Artikel soll dieser schlangenförmige Fisch darum genauer vorgestellt werden und den Großen Aalfang vorbereiten.

Allgemeine Biologie und Verhaltensweisen

Der Aal zeigt neben seiner länglich-runden Körperform weitere Alleinstellungsmerkmale unter den Süßwasserfischen heimischer Gewässer auf. Bauchflossen fehlen ihm komplett. After- und Rückenflosse gehen nahtlos in die Schwanzflosse über und bilden einen Flossensaum um den Körper.
Der Kopf der Aale ist sehr kräftig und knochig. Dies ermöglicht ihnen in Kombination mit einem muskulösen Nacken das Durchwühlen des Gewässergrundes zur Nahrungssuche. Um sich bei seinen Streifzügen durch dicht bewachsene und verwinkelte Bodenregionen nicht zu verfangen, ist der Aal zudem mit Schleimdrüsen versehen, welche sich über die gesamte Körperregion erstrecken. Diese produzieren fortlaufend eine ölige Schicht, die den Aal durch jedes Hindernis schlüpfen lässt.
Abenteuerlich ist auch die Fortpflanzung dieser schlangenartigen Fische. Ab dem sechsten bis achten Lebensjahr verlassen sie die heimischen Süßgewässer und strömen in den atlantischen Ozean aus. Hier legen sie mehrere tausend Kilometer bis zur Sargassosee südlich der Bermudainseln zurück und laichen. Danach finden die Fische einen schnellen Tod, während ihre Nachkommen zielgerichtet in ihre europäischen Heimatorte zurückschwimmen.
Hinsichtlich Ihrer Ernährungsgewohnheiten werden Aale in zwei Formen klassifiziert: Spitzkopfaale ernähren sich ausschließlich von wirbellosen Tieren wie Würmern, während Breitkopfaale auch kleineren Fischen nachstellen.

Tipps zum Angeln auf Aal

Möchte man Aale erfolgreich beangeln, so muss zunächst ein optimaler Standort gewählt werden. Die ersten Aalfänge des Jahres kann man im März im beruhigten Gewässer, zum Beispiel Seen mit Anschluss zum Fließgewässer, oder in Altarmen landen. Hier werden die ersten Fische nach ihrer Winterruhe aktiv. In April und Mai finden sich die meisten Exemplare an den Übergangsstellen zum Fließgewässer, wo sie der Brut von Weißfischen auflauern. In den Monaten Juni bis August sind Aale aufgrund erwärmter Gewässer sehr aktiv und vornehmlich in Flüssen unterwegs. Mit den ersten kühlen Herbstnächten ab September beginnt der Rückzug ins stille Gewässer. In den Wintermonaten von Dezember bis Februar ruhen die Aale dann aufgrund niedriger Gewässertemperaturen und können nicht beangelt werden.
Aale sind zudem nachtaktive Fische, so dass sich das Auswerfen der Angel erst nach Einbruch der Dunkelheit lohnt. Besonders wohl fühlen sie sich in trüben Gewässern. Durch starken Niederschlag aufgewirbelte Gewässer versprechen darum, wie Eingangs erwähnt, den größten Erfolg beim Fang.
Bei der Wahl des Equipments empfiehlt sich eine harte, stabile Angel und eine robuste Schnüre. Während des Drills winden sich die Fische oft in bodennahen Pflanzen und Hindernissen und verfangen sich. Eine stabilere Konstruktion kann in dem Falle sicher in Schwingung versetzt und hinausgezogen werden.
Da fast ausschließlich Nachts geangelt wird, ist ein auditiver Bissanzeiger unerlässlich. Die altbewährten Aalglöckchen wurden mittlerweile durch elektronische Alternativen ersetzt.
Hinsichtlich der Köderwahl eignen sich verschiedene Würmer. Von Mistwürmern ist allerdings in jedem Falle abzuraten, da sie für Aale nicht attraktiv erscheinen und selten zum Anbiss verleiten. Als absoluter Geheimtipp für warme Sommermonate gelten hingegen Tebolarven. Diese scheinen für den Aal fast unwiderstehlich und locken ihn zuverlässig an den Haken.
Bewährt hat sich auch das Animpfen der Würmer mit Dorschlebertran. Dieser wird mit einer Spritze injiziert. Ausströmende Düfte verbreiten sich in Fließgewässern schnell und leiten Aaale auch aus weiterer Distanz an den Angelplatz.
Beachtet man Uhrzeit, Hinweise zu jahreszeitlichen Aufenthaltsorten und wählt einen klugen Köder, so steht dem Fang nichts mehr im Wege. Die Freude des Anbiss kann nun vom eigenhändigen Räuchern und genüsslichen Verzehr gekrönt werden.

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