Die Bachforelle

Christine Hamm / pixelio.de

Auch wenn im Februar nicht viel an den Haken geht, tut sich in den Gewässern doch so einiges. So ist aktuell Laichzeit bei den Bachforellen, den vielleicht leckersten Fischen welche unsere Gewässer zu bieten haben. Bis die adulten Exemplare an Land gezogen werden können, vergehen aber noch einige Monate.

Um die Vorfreude anzuheizen oder zur Forellenjagd anzuregen, soll es in folgendem Artikel dennoch um diese schönen Fische gehen, welche sich mittlerweile wieder in fast allen heimischen Fließgewässern finden.

Die zur Familie der Salmoniden zugehörige Fischart kann äußerlich anhand ihres langgestreckten, robusten Körperbaus und einer auffälligen Färbung identifiziert werden. Das olivgrüne Schuppenkleid wird von schwarzen und roten Punkten verziert – ein absolutes Charakteristikum der Bachforelle! Weiterhin verfügt diese Art über ein vollständig bezahntes Maul, welches bei männlichen Tieren in einem sogenannten Laichhaken endet. Dieser am Unterkiefer befindliche Maulfortsatz wird vor der Laichzeit durch hormonelle Veränderungen herausgebildet und hat keinerlei Funktion. In einigen Fällen wirkt sich der Laichhaken sogar negativ aus, indem er die Nahrungsaufnahme verhindert was zum Tod führen kann.
Während die Männchen in der Laichzeit also mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben, graben die Weibchen mit der Schwanzflosse Löcher in den sandigen Boden, in welchen anschließend die Eier abgelegt werden. Dieses Fortpflanzungsverhalten gibt einen wichtigen Aufschluss über bevorzugte Aufenthaltsgebiete der Fische: ist der Gewässergrund weitreichend feinkörnig, so kann hier auf deutlich höhere Bachforellenvorkommen gehofft werden, als in steinigen Gewässerabschnitten.
Im Gegensatz zu ihren Verwandten, der Meeres- und der Seeforelle, ist die Bachforelle sehr Standorttreu. Es lohnt sich also, beim örtlichen Anglerverein nach Orten künstlicher Besatzmaßnahmen zu fragen. Meist wandern die Familien nicht weit weg.

Während ihres Lebenszyklus ändern die Bachforelle auch ihre Ernährungsgewohnheiten. Stehen im jüngeren Alter vorwiegend Insekten auf dem Speiseplan, so bevorzugen ältere Bachforellen kleine Fische. Mit den Ernährungsgewohnheiten ändert sich auch der Geschmack des Fleisches – Jungtiere werden meist als köstlicher empfunden.
Damit diese an den Haken gehen, empfiehlt sich die Technik des Fliegenfischens! Auf diese springen nur insektenhungrige Bachforellen an, weshalb sie im Folgenden ausführlicher vorgestellt werden soll.

Der größte Erfolg beim Fliegenfischen auf Bachforelle kann in schnell fließenden Gebirgsseen erwartet werden. Hier tauchen die Fische häufiger an die Oberfläche um nach fliegenden Insekten zu schnappen, da die Beute unter Wasser rar ist und wild herumgewirbelt wird. Norddeutschen sei der Harz als erfolgversprechendes Ausflugsziel ans Herz gelegt, im Osten lockt das Erzgebirge und Süddeutschland bietet mit den Alpen das absolute Non Plus Ultra zum Forellenangeln. Die beste

Jahreszeit fürs Fliegenfischen auf Bachforelle sind die letzten Maiwochen und der komplette Juni.
Am schnellsten bekommt man die Gepunkteten mit Nymphen an den Haken, welche mit einer speziellen Technik angeboten werden. Zunächst sollte man das Gewässer vorsichtig erkunden und nach von Forellen bewohnten Stellen absuchen. Wie Eingangs erwähnt sind die Fische sehr Standorttreu, sodass man sie häufig an den selben Stellen wiederfindet. Nachdem man einen Spot gefunden hat, wirft man nun aus mehreren Metern Entfernung eine Fliege flussaufwärts aus und lässt sie langsam in Richtung der Forellenansammlung gleiten.

Hat der Köder diese erreicht, so beginnt man ihn durch geschicktes Bewegen der Fliegenrute zum Leben zu erwecken. Durch das flinke Vorbeigleiten und die ruckartigen Bewegungen der Nymphe werden selbst die naturgemäß scheuen und skeptischen Bachforellen zuverlässig getäuscht und geraten sicher an die Angel.
War der Tag erfolgreich, dann gibt es wohl kaum eine bessere Belohnung, als sich des Abends eine Bachforelle nach Müllerin Art schmecken zu lassen.

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