
Rolf Handke / pixelio.de
Der Karpfen ist als Leibspeise zu Heilig Abend fest in die Weihnachtstradition integriert. Eine einmalige Möglichkeit, die Feiertage als ganz besonderes Angelhighlight zu gestalten bietet ein Urlaub an den idyllischen Karpfenseen Frankreichs.
Unser Nachbarland gilt ohnehin als das Mekka des Karpfenangelns.
Die sieben kapitalsten Exemplare weltweit wurden hier bereits gefangen – der Größte brachte Sage und Schreibe 41 Kilo und 270 Gramm auf die Waage!
Für den komfortablen Ausflug mit der Familie empfiehlt sich ein kommerziell bewirtschaftetes Gewässer im Norden Frankreichs wie Le Val Doré, einem System mit fünf Baggerseen. Natürlich haben kommerzielle Gewässer unter Anglern nicht den besten Ruf und werden von einigen Angelfreunden gar abfällig als „Karpfenpuff“ bezeichnet.
Diese Meinung kann, im Falle der natürlichen und liebevoll gepflegten Gewässer der Picardie, allerdings als völlig haltlos angesehen werden! Natürlich wird man hier nicht das Abenteuer seines Lebens finden, dafür zur Abwechslung aber mal jede Menge Annehmlichkeiten und die Möglichkeit zum Austausch mit Experten aus ganz Europa.
Im Le Val Doré mietet man sich für 33 Euro pro Tag seine eigene Angelstelle.
Die Tagespreise sinken allerdings mit längerem Aufenthalt, sodass man bei einwöchiger Buchung bereits lediglich 30 Euro bezahlt. Besonders günstig kommt man in einer großen Gruppe mit bis zu 15 Personen. Für diese kann ein kompletter See für nicht einmal 3000 Euro pro Woche angemietet werden. Hier lautet das Motto allerdings: der frühe Vogel fängt den Wurm. Eine solche Großbuchung sollte mindestens ein Jahr im Voraus getätigt werden. Weiteren Komfort, wie Elektrizität am Platz, Kühlschrank, Nutzung der sanitären Einrichtungen, Halbpension oder zahlreich vorhandene Futterboote kann man separat dazu buchen.
Die künstlichen Seen der 35 Hektar großen Angellandschaft sind allesamt optimal auf die Bedürfnisse des Karpfenangelns angepasst. Obwohl umrundet von Schilf und Bäumen, unter denen sich die dicken Fische gerne verstecken, findet man im Gewässer selbst kaum störende Hindernisse in denen sich die Montage verfangen kann.
Lediglich vom Fischbestand her unterscheiden sich die Seen etwas. See zwei ist am dichtesten besiedelt, während das kleinste Gewässer, See vier den geringsten Fischbestand pro Hektar Wasseroberfläche aufweist (Dennoch ist der Fischbestand auch hier noch überdurchschnittlich hoch). Da die Anzahl der vergebenen Angelplätze aber an den Fischbesatz angepasst ist, wird man auf jedem der fünf Seen etwa gleiche Chancen auf Erfolg haben.
Diesen bringt der Erfahrung nach auch ein absoluter Geheimtipp. Standardmäßig wird beim Karpfenangeln angefüttert. Da die Angelplätze natürlich hoch frequentiert sind ist es absolut empfehlenswert, sich von der Masse abzuheben. Das gelingt durch Qualität und Quantität des Futtermittels. Natürlich ziehen große Mengen Bisquits viele Karpfen an – allerdings nur die Kleinen!
Die großen, erfahrenen Exemplare werden bei großen Futtermengen skeptisch, sie erkennen die drohende Gefahr. Gleiches gilt beim Einsatz süßer Bisquits im Winter. Möchte man die ganz dicken Exemplare an den Haken bekommen, so empfiehlt es sich neben einer großzügig ausgelegten Futterstelle noch einige kleine anzulegen. Bestücken Sie diese nur sporadisch mit Karpfenfutter. Bei der Wahl des Köders ist im Val Doré der Boilie auch nicht die beste Wahl. Fette Beute sichert man sich statt dessen am besten durch Kunstmaden die mit Maislockstoff eingeölt werden.
Auch in den Karpfenseen im Val Doré gehen die Fische nicht von selbst an die Angel – das wäre ja auch zu langweilig schließlich lebt unser Sport von der Spannung. Die Wahrscheinlichkeit ein paar unvergessliche Adventsfänge zu landen ist aber dennoch sehr hoch. Wer seine Vorbehalte gegen Zuchtseen ablegt und einen Ausflug wagt, der wird hier auf ein liebevoll gepflegtes Anglerparadies treffen.